Erfurt

Der Freistaat Thüringen ist als "grünes Herz Deutschlands" bekannt. Der Thüringer Wald mit dem Rennsteig, die Stätten der Klassiker Goethe und Schiller in Weimar oder die Wartburg bei Eisenach gehören zu den beliebtesten Urlaubszielen. Auch die Landeshauptstadt Erfurt hat Besuchern viel zu bieten.

Einige Zahlen und Fakten über Erfurt

Die Stadt hat mehr als 200.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt Thüringens. Sie liegt im südlichen Teil des Thüringer Beckens. Die gesamte Umgebung der Stadt wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Besonders der Gartenbau spielt eine große Rolle. Viele Erfurter Firmen haben sich beispielsweise auf die Erzeugung von Saatgut für Kleingärtnerbedarf spezialisiert. Der Stadtkern ist weitgehend mittelalterlich geprägt. Heute ist Erfurt Sitz vieler Verwaltungseinrichtungen und Landesbehörden. Darüber hinaus gibt es dort zahlreiche Firmen aus den Bereichen Mikroelektronik und Logistik.

Erfurt in der Geschichte

Die Anfänge der Besiedlung des heutigen Stadtgebiets verlieren sich im Nebel der Vergangenheit, reichen aber mindestens bis in die Steinzeit zurück. Der erste urkundliche Nachweis Erfurts als Stadt stammt aus dem Jahr 742. Weil Erfurt der Knotenpunkt in einem dichten Netz von Fernstraßen ist, war die Stadt bereits im Mittelalter eine bedeutende Handelsmetropole. Heute noch ist sie nach Leipzig einer der wichtigsten Messeorte in den neuen Bundesländern. Ebenfalls im Mittelalter gab es in Erfurt eine bedeutende Universität, die 1816 geschlossen und 1992 wiedereröffnet wurde. Dort studierte einst Martin Luther. Andere bekannte Persönlichkeiten mit engen Verbindungen zur Stadt sind der Mönch Bonifazius, auch Apostel der Deutschen genannt, der im 8. Jahrhundert das Christentum nach Thüringen brachte, der berühmte Rechenmeister Adam Ries und die Vorfahren des Komponisten Johann Sebastian Bach.

Welche Sehenswürdigkeiten zeigt Erfurt seinen Gästen?

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Erfurter Dom, die älteste und mit mehr als 80 Metern Höhe auch größte Kirche der Stadt. Seine Ursprünge gehen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Bemerkenswert ist die Glocke "Gloriosa", die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt, die auch heute noch regelmäßig geläutet wird. Die Gloriosa zeichnet sich durch einen besonders schönen Klang aus, der tief und voll weit über das Land ertönt.
Direkt neben dem Dom steht die Severikirche, die nur wenig jünger als der Dom ist. Beide Sakralbauten bilden ein einzigartiges architektonisches Ensemble. Durch die weite Fläche des Domplatzes kommen sie noch besser zur Geltung. Eine weitere Sehenswürdigkeit Erfurts ist die Krämerbrücke, die längste beidseitig bebaute Brücke Europas. Die Krämerbrücke stammt aus dem 12. Jahrhundert. Darauf stehen heute 32 Häuser, die im Erdgeschoss meist kleine Läden für Antiquitäten und Kunsthandwerk beherbergen. Rund um die Krämerbrücke findet alljährlich im Juni das Krämerbrückenfest statt.
Die gesamte Altstadt von Erfurt ist praktisch eine historische Sehenswürdigkeit. Auf knapp 3 Quadratkilometern drängen sich dort malerische Fachwerkhäuser dicht an dicht, darunter gemischt 25 Pfarrkirchen. In der Altstadt steht auch die "Alte Synagoge". Mit mehr als 900 Jahren ist sie die älteste erhaltene Synagoge in Europa.

Was können Besucher in Erfurt unternehmen?

Bei schönem Wetter bietet sich natürlich ein Bummel durch die Altstadt mit ihren engen Gassen, romantischen Winkeln und kleinen Ladengeschäften geradezu an.
Besucher mit Kindern können einen Ausflug zum Egapark machen. Die Einrichtung erstreckt sich über 35 Hektar Fläche und gehört zu den größten Freizeitparks und Gartenausstellungen Deutschlands. Neben Blumenbeeten sind viele Pflanzen und Exponate in Hallen untergebracht, so dass sich ein Besuch auch bei Regen oder im Winter lohnt (ganzjährig geöffnet). Auf dem Gelände des Egaparks stehen auch ein Aussichtsturm, eine Sternwarte, das Gartenbaumuseum und der größte Kinderspielplatz Thüringens.
Im Norden der Stadt liegt der Thüringer Zoopark Erfurt, der flächenmäßig drittgrößte Zoo Deutschlands, den ein sehenswertes Aquarium mit einer der größten Sammlungen an Süßwasserfischen angegliedert ist.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte einen Ausflug ins nahe gelegene Weimar, der Wirkungsstätte von Goethe und Schiller, in Betracht ziehen. Außerhalb Weimars lohnt ein Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Dort befand sich bis 1945 eines der größten Konzentrationslager Deutschlands.

Bei einem Aufenthalt in Erfurt sollte man unbedingt die örtlichen Spezialitäten Thüringer Rostbratwurst, kurz Roster genannt und Rostbrätl (gegrillte Steaks vom Schweinenacken) probieren. Typisch für Erfurt sind auch Bohnengerichte aus Ackerbohnen (Saubohnen, Puffbohnen) in Form von Suppen oder Salaten. Weil die Erfurter solche Gerichte sehr mögen, tragen sie auch den Spitznamen "Puffbohnen".

Wie kommen Touristen nach Erfurt?

Durch die Autobahn A4 besteht eine Verbindung nach Frankfurt/Main und durch die A71 nach Schweinfurt.
Der Hauptbahnhof Erfurt ist Haltestelle für ICE Züge und bietet Verbindungen nach Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Leipzig, Zürich und andere Metropolen.
Der Flughafen Erfurt-Weimar ist für die Anreise nicht so bedeutend, weil er fasst nur für den Charterverkehr während der Urlaubssaison genutzt wird.